Folge 5: Gefährliche Produkte und Sicherheit für Dein Baby

Zuerst möchten wir uns ganz herzlich für die vielen Kommentare und Bewertungen bedanken! Dadurch haben wir es letzte Woche auf Platz 14 in den Itunes Charts in der Kategorie „Familie und Kinder“ geschafft! Das freut und motiviert uns sehr und zeigt uns, dass unsere Tipps für Dich nützlich sind! Und genau das ist es, worum es uns bei diesem Podcast geht.

Diese Folge 5 enthält sechs Abschnitte: „Sicherheit in Deinem Zuhause allgemein“, „Sicherheit im Badezimmer“, „Sicherheit in der Küche“, „Sicherheit im Kinderzimmer“, „Sicherheit bei Großeltern, Verwandten und Freunden“ und „Lebensgefährliche Produkte für Dein Baby“.

  • Ganz generell gilt: Vorbild sein – und das direkt von Anfang an! So vorsichtig oder arglos Du mit gefährlichen Situationen und Dingen umgehst, so wird Dein Kind Dich nachahmen, z. B. Umgang mit Werkzeug, im Straßenverkehr oder auch beim Grillen. Also von Anfang an immer selbst einen Fahrradhelm tragen beim Radfahren, dann wird dies für Dein Kind später auch selbstverständlich! Dein Kind ist extrem gut darin Dich zu beobachten und von Dir zu lernen – ob gutes oder schlechtes Verhalten!
  • Messer, Gabel, Schere, Licht… sind für kleine Kinder nicht! Was scharfe Messer, spitze Gabeln, Scheren und Feuer / Streichhölzer und Kerzen angeht, passt das aus unserer Sicht – auf jeden Fall für Dein Baby! Kindergabeln und Kindermesser können ab einem bestimmten Alter jedoch gerne eingesetzt werden. Auch Licht in Form von nicht warm werdenden Lampen kann Dein Kind nutzen – natürlich kein Feuer. Lasse Dein Kind ab einem bestimmten Alter oder Entwicklungsstand – mit begrenztem Risiko – eigene Erfahrungen machen.
  • Du merkst schon, die Tipps sind dieses Mal nicht ganz trennscharf nur für Dein Baby gültig. Es werden in dieser Folge tatsächlich auch einige Tipps vorkommen, die erst für etwas ältere Babys bzw. Kinder relevant sind. Dennoch möchten wir diese jetzt schon erwähnen, damit diese auch später nicht vergessen werden. In Staffel 2, wo es um das Alter von 0 bis 6 Monaten gehen wird, gibt es auch wieder eine, dann altersgerechte Folge zu diesem Thema mit vielen weiteren nützlichen Tipps.

Sicherheit in Deinem Zuhause allgemein: 

  1. Schließe alle gefährlichen Stoffe und Dinge weg oder entferne sie ganz. Ein ganz logischer Tipp, dennoch möchten wir damit beginnen. Dies umfasst schwere Gegenstände, die auf Dein Baby fallen können, ebenso wie scharfe Dinge oder giftige Flüssigkeiten und sämtliche Reiniger sowie Waschmittel. Für die Reinigung im Haushalt genügen auch natürliche Produkte ohne Chemie.
  2. Putzmittel gibt es mit dem Zusatzstoff „Bitrex“, so dass die bunten Flüssigkeiten bitter schmecken, was ein Verschlucken durch Kinder verhindern soll. Die gesamten „Denk mit“ Reinigungs-Produkte von dm haben diesen nützlichen Zusatzstoff.
  3. Trenne immer und unbedingt heiße Dinge und Dein Baby! Besonders gefährlich sind auch Kaffee und Tee. Trage heiße Getränke und Dein Baby nie zusammen. Achte beim Transport darauf, dass Du heiße Getränke um Dein Baby herumträgst, nicht darüber. Das gilt natürlich auch für andere – sei aufmerksam! Stelle Gefäße mit heißer Flüssigkeit (Kaffee, Tee, Suppe) immer weit entfernt von Deinem Baby ab. 
  4. Sorge dafür, dass Plastiktüten außer Reichweite von Deinem Baby sind. Diese stellen ein großes Risiko dar!
  5. Verstecke Kabel so gut es geht und sichere unbedingt alle Steckdosen mit Kindersicherung. Weißt du, wie du dich im Falle eines Stromunfalls verhalten musst? Falls nein, wieder unser Tipp einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder zu besuchen.
  6. Achte darauf, dass Deine Hausnummer von außen gut zu sehen ist. Dies ist besonders wichtig im Falle eines Notfalls
  7. Installiere eine ausreichende Anzahl an Rauchmeldern und Kohlenmonoxid-Meldern und zwar an den richtigen Stellen. Teste regelmäßig, ob diese einsatzbereit sind
  8. Kaufe Dir darüber hinaus eine Feuerlöschdecke und einen Feuerlöscher mit Schaum. Der Schaumlöscher darf nicht bei Bränden mit Strom verwendet werden. Es gibt auch Pulverlöscher, hier ist hinterher der Schaden durch das Pulver jedoch möglicherweise größer als durch das Feuer.
  9. Überlege Dir, wie Du Deine Wohnung mit Baby im Falle eines Feuers verlassen kannst. Evtl. kannst Du Dir eine mobile Feuerleiter kaufen
  10. Bringe an den Zimmertüren wo Babys und Kinder schlafen könnten, den „Kinderfinder-Aufkleber“ an, damit die Feuerwehr dein Kind schneller finden und retten kann. Kostenfrei zu bestellen unter der-kinderfinder.de – haben wir auf unserer Website pfiffikus-podcast.de verlinkt
  11. Stelle bei brennenden Kerzen, z. B. am Weihnachtsbaum einen Eimer Wasser zum Löschen bereit und beim Grillen einen Eimer Sand.
  12. Installiere jetzt schon Gittertüren oben und unten an Treppen, die sich nur durch Erwachsene öffnen lassen. Dann verpasst Du nicht den richtigen Zeitpunkt. Für offene Treppenstufen empfehlen wir einfache Holzlatten, die mit Kabelbinder ganz leicht fixiert werden können und verhindern, dass Dein Kleinkind da durchfällt. Solltest Du einen Kamin haben, so ergänze auch hier ein Gitter davor
  13. Sichere unbedingt schwere Möbel und befestige diese an der Wand, so dass sie nicht umfallen können. Überprüfe hängende Regale auf ihre Stabilität bei Zug nach unten. Babys ziehen sich an allen möglichen und unmöglichen Dingen hoch. Vergiss auch stehende Lampen nicht. Sind diese sicher genug und können bleiben?
  14. Handtaschen und Geldbeutel sollten außerhalb der Reichweite von Babys deponiert werden
  15. Lass Dein Baby niemals unbeaufsichtigt, wenn es irgendwo herunterfallen kann, z. B. von der Wickelkommode. So schnell kannst Du leider gar nicht reagieren. Lege eine dicke Matte oder einen dickeren Teppich unter die Wickelkommode. Habe beim Wickeln immer eine Hand am Kind, auch bei den Allerkleinsten, durch strampeln und rudern mit Armen und Beinen können sie sich nämlich bewegen. Dies gilt leider auch, wenn sich das Kind sich eigentlich noch nicht aus eigener Kraft drehen und fortbewegen kann. Lasse Dein Kind auch im Kinderhochstuhl nie unbeaufsichtigt!
  16. Stelle die Babyschale oder Wippe niemals, wirklich niemals auf erhöhte Flächen, z. B. Tisch, auch nicht nur für eine Minute!
  17. Klare Sache: Entferne Alkohol, Zigarettenkippen und Zigaretten zwingend aus der Griffweite Deines Babys
  18. Kaufe Dir ein spezielles Erste Hilfe-Set für Babys und Kleinkinder (auch für die Großeltern oder Verwandten, bei denen Dein Kind öfter ist!) und ergänze Sab Simplex oder Lefax. Beide helfen bei Blähungen um die Luftblasen im Bauch aufzulösen.
  19. Rufe unbedingt den Rettungswagen / Notarzt und fahre bloß nicht selbst ins Krankenhaus, wenn es Verletzungen oder einen Unfall gibt! Du bist in diesem Moment nicht in der Lage den Verkehr richtig zu beherrschen und bringst so nur Dich und andere in Gefahr. Rufe in diesem Falle sofort die 112 und bleib bei Deinem Kind. Beruhige es, nimm es auf den Arm und warte bis die Rettungskräfte zu Dir kommen. Der Rettungsdienst kann – im Gegensatz zu Dir – mit Blaulicht fahren und im Krankenhaus musst Du nicht erst die Notaufnahme suchen und Dich registrieren. Zudem ist das für die Retter Alltag, für Dich eine absolute Ausnahmesituation!
  20. Lerne unbedingt Dein Kind zu reanimieren – z. B. in einem erste Hilfe Kurs für Babys
  21. Habe immer eine Liste mit allen Kontaktdaten von Familie und Freunden als Notfallkontakte ICE (In Case of Emergency) dabei. Sorge dafür, dass auch die engste Familie und Freunde die Handynummern von Dir und Deinem Partner haben!
  22. Ein wichtiger Tipp: Nutze die Checkliste für den Notfall von kindergesundheit-info.de und fülle diese auch für die Großeltern aus. Darauf kannst Du auch die Nummer vom Giftnotruf eintragen und dann im Flurschrank aufhängen. Speichere den Giftnotruf zusätzlich im Handy ganz oben ein. Ergänze auf dem Zettel auch alle wichtigen Daten zu Deinem Baby (Geburtstag, Telefonnummern), da Du Dich im Schock möglicherweise nicht erinnern kannst!
  23. Auch den Notdienst vom Arzt sowie den Nachtdienst der Apotheken solltest Du als Favorit in Deinem Smartphone haben
  24. Sorge dafür, dass Dein Smartphone immer ausreichend geladen ist oder Du ein schnurgebundenes Festnetztelefon zuhause hast. So bist Du immer handlungsfähig und kannst auch informieren, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert
  25. Stelle sicher, dass Dein Baby mit Deinem Haustier erst einmal nicht allein ist. Auch hier müssen sich alle Seiten erst aneinander gewöhnen
  26. Taschentuchpackungen bilden ein großes Risiko, da der Klebeverschluss – wie auch Luftballonfetzen – die Luftröhre verschließen kann.
  27. Lass niemals Wasser in einer Schale oder in einem Eimer, z. B. dem Putzeimer stehen, Dein Baby könnte darin ertrinken

Sicherheit im Badezimmer

Zuerst einmal: Dein Kind hat allein im Bad nichts zu suchen!

  • Prüfe, wie warm Dein Wasser aus der Leitung maximal wird und reduziere bei Bedarf die Temperatur des Boilers auf maximal 50° Celsius
  • Entferne auch hier alle scharfen und gefährlichen Gegenstände oder schließe sie ein, dazu gehören auch Kosmetikartikel, besonders gefährlich sind Haarshampoo, Nagellackentferner, Öle und Zahnpasta.

Sicherheit in der Küche

Auch hier gilt: lass Dein Baby nie allein in der Küche!

  • Scharfe und spitze Gegenstände auch hier immer wegräumen (Messer, Scheren oder Werkzeuge). Pass besonders gut auf, wenn Ofen oder Herd an sind. Gewöhne dir jetzt schon an, Töpfe und Pfannen immer mit dem Griff nach hinten zu stellen oder noch besser nur die hinteren Kochfelder zu nutzen.
  • Aktiviere beim Backofen ebenfalls bereits jetzt immer die Kindersicherung, damit Du Dich daran gewöhnst, dass der Ofen nicht eingeschaltet werden kann. Natürlich nur, falls Dein Herd diese Funktion hat. Und für die Ofentür gibt es einen Hitzeschutz, der die Wärme an der Scheibe reduziert.
  • Evtl. brennendes Fett in der Pfanne nie mit Wasser, immer nur mit Deckel ersticken.

Sicherheit im Kinderzimmer

Und schon wechseln wir ins Kinderzimmer.

  • Prüfe hier, ob Deine Tapeten sich von der Wand lösen oder noch fest verbunden sind. Vor 1980 wurden noch Tapeten mit Blei verwendet – ist es Zeit für einen Tapetenwechsel? Im Zweifel: ja! Verwende in diesem Fall nur ökologisch unbedenkliche Wandfarbe und habe spätestens einen Monat vor dem Einzug Deines Babys das Kinderzimmer gestrichen und die Möbel aufgestellt
  • Nutze ein Video-Babyfon. Wir hatten in Folge 1 „Was vor und kurz nach der Geburt wichtig ist“ schon davon gesprochen. Wir verlinken Dir unsere Empfehlung auf pfiffikus-podcast.de. Uns hat das Video Babyfon sehr geholfen und viel Stress rausgenommen, weil wir sofort gesehen haben, ob wir kommen müssen oder eben nicht.
  • Prüfe, ob das Gitterbett und der Laufstall die Sicherheitsanforderungen erfüllen und unbedenklich sind. Insbesondere wenn Du diese gebraucht kaufst oder bekommst
  • Nutze keine Kleidung für Dein Baby mit Schnüren dran. Babykleidung mit Kordeln/Schnüren darf nicht mehr produziert werden seit einigen Jahren – betrifft wenn überhaupt also ältere gebrauchte Kleidung.
  • Gebrauche nur schwer entflammbare Schlafanzüge / -säcke
  • Hänge das Mobile weit genug über das Bett und befestige es gut, damit es nicht herunterfällt
  • In Folge 4 „Die unnötigsten Dinge bzw. Geschenke zur Geburt“ haben wir das Thema Schlafen mit Schlafsack statt Bettdecke zur Vermeidung des plötzlichen Kindstods angesprochen. Zusätzlich hilft als Vorsorge ein Bettchen ohne Betthimmel, Nestchen, Kissen, Kuscheltiere oder ähnlichem. Lasse Luft an den Rändern und meide hohe Begrenzungen im Bett
  • Lege Dein Baby zum Schlafen auf den Rücken in sein Bett und nicht auf ein schweres oder großes Kissen
  • Feuchttücher und weitere Pflegeprodukte sollten sich außerhalb der Reichweite Deines Babys befinden
  • Stelle das Babybett nicht unter ein Fenster oder direkt an die Heizung. Achte ebenfalls darauf, dass sich Dein Baby nirgendwo hochziehen kann.
  • Nutze am Anfang Socken als Fäustlinge, da die Fingernägelchen von Deinem Baby in den ersten 6 Wochen nicht geschnitten werden dürfen

Sicherheit bei Großeltern, Verwandten und Freunden

  • Es ist Deine Aufgabe, bei Deinen Großeltern, Verwandten und Freunden Gefahrenorte und Sicherheitsrisiken zu entdecken
  • Lasse Dein Baby auch in einer fremden Umgebung grundsätzlich nicht aus den Augen. Je kleiner das Kind, umso intensiver die Beaufsichtigung!
  • Gefährliche Dinge gehören auch hier zwingend und immer außer Reichweite. Dies umfasst Medikamente, Waschmittel, Reinigungsmittel, Zigaretten, Alkohol, Zigarettenkippen, usw.
  • Elektrogeräte sicher verstauen, aufstellen und nach Gebrauch sofort den Stecker ziehen
  • Giftige Zimmerpflanzen wegstellen 
  • Steckdosen auch bereits jetzt schon sichern 

Lebensgefährliche Produkte für Dein Baby

  • Vermeide bestimmte ätherische Öle, wie besonders Eukalyptus-, Kampfer-, Pfefferminz-/Menthol- und Thymian-Öl. Sie reizen die Atemwege und können zu Atemstillständen führen. 
  • Honig und auch Ahornsirup können für Babys tödlich sein, da Bakterien enthalten sein können, die sich im noch unreifen Darm ansiedeln und Giftstoffe produzieren. Im ersten Lebensjahr – auch erwärmt – komplett darauf verzichten. Das gilt auch für den hochgelobten Manuka Honig!
  • Nüsse wirst Du Deinem Baby vermutlich sowieso nicht anbieten solange es keine Zähne hat, da sie einfach nicht gut zu kauen sind. Aber auch danach sind sie gefährlich, weil sie eingeatmet werden können (vor allem kleine Nüsse wie Erdnüsse oder Haselnüsse) und das Kind daran ersticken kann. Biete Nüsse erst ab dem Schulalter an! Gemahlene Nüsse sind vorher kein Problem, sofern keine Allergie besteht. 
  • Zu viel Salz, weil etwa drei Gramm pro Kilogramm Körpergewicht tödlich sind. Und bei Deinem Baby ist das eine ganz geringe Menge! Sichere auch schon für später das Gewürzregal bzw. hänge es hoch genug! 

Am Ende hörst Du noch den Spruch der Woche von unserer kleinen Ida: „Auf lachen folgt weinen„.

Du hast noch mehr Tipps? Poste gerne bei Instagram unter pfiffkus_podcast. Dort kannst Du gerne Deine Tipps und Tricks unter den Beitrag zu Folge 5 posten.

In Folge 6 geht es dann um das Thema „Unterwegs und verreisen mit Baby„! Abonnieren lohnt sich also!

PS: Das Bild zeigt Ida mit Schirm im Regen und einen Regenbogen (ein Malwunsch unserer Ida).

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