Folge 8: Ernährung und Pflege

Diese Folge 8 enthält zwei Abschnitte: zuerst geht es um die Ernährung von Deinem Baby gefolgt von der Pflege.

Ernährung

  • Idealerweise hat im Krankenhaus alles funktioniert und Du kannst und möchtest Dein Baby stillen. Falls Du stattdessen lieber Fläschchen geben möchtest, wende Dich bitte an Deine Hebamme wegen der Anfangsnahrung. Wir informieren im Folgenden über unsere Erfahrungen mit dem Stillen.
  • Wir hatten bereits in Folge 1 „Was vor und kurz nach der Geburt wichtig ist“ schon davon gesprochen, dass Stillen gelernt werden muss! Frage im Krankenhaus immer wieder nach, am besten alle Schwestern und später -oder auch schon vorher- Deine Hebamme. Jede hat ihre individuellen Tipps und so machst Du es Dir leichter. Ab der 5. Lebenswoche können Babys sofort und allein Andocken. Dann wird es entspannter.
  • Stillen ist auch aus unserer Sicht die beste Ernährung für Dein Baby. Am Anfang ist die Milch noch etwas dünn und Dein Baby wird erst einmal etwas Gewicht verlieren. Ab Tag 3 oder 4 nach der Geburt ist ausreichend Milch vorhanden, damit Dein Baby schnell an Gewicht zulegen kann.
  • Dein Baby ist ganz nah bei Dir, spürt Dich, Deinen Herzschlag und Deine mütterliche Zuwendung. Durch Stillen baust Du eine einzigartige Beziehung zu Deinem Baby auf und verstehst die Bedürfnisse Deines Babys am besten. Dein Baby zeigt Dir wann es gestillt werden möchte. Behalte die Zeit nur grob im Blick.
  • Die Milch ist optimal für das Wachstum und ganz natürlich. Sie passt sich auf einzigartige Weise immer dem aktuellen Bedarf Deines Babys an. Sie ist immer verfügbar und Du kannst auch nachts direkt im Bett ganz leicht für Nahrung sorgen. Ein Fläschchen musst Du erst vorbereiten, warmmachen. Da geht stillen wesentlich einfacher.
  • Wichtig ist es regelmäßig zu stillen, um einen Milchstau zu vermeiden. Dieser ist sehr schmerzhaft und es ist ohne Pumpe sehr schwer die Milch abzulassen. Dein Baby schläft am Anfang sehr viel und Euer Rhythmus pendelt sich erst langsam ein. Bleibe gelassen so gut es eben geht!
  • Ist Dein Baby gesund und wurde voll ausgetragen? Dann ist Muttermilch tatsächlich die einzig erforderliche Nahrung. Und zwar solange, bis Dein Kind Dir signalisiert, dass es festere Nahrung braucht. Das ist etwa in der Mitte des ersten Lebensjahres der Fall.
  • Du kannst Dein Kind solange stillen, wie es das gerne möchte. Evtl. wird es nach 2 Jahren nur noch einmal pro Tag. Dein Kind genießt diese Zeit mit Mama ganz besonders und kann dadurch eine wunderbare Bindung aufrecht halten. Irgendwann ist der Tag, da möchte Dein Kind seine Ernährung ohne Stillen fortsetzen. Bleibe gelassen, der Tag wird kommen!
  • Falls Du Probleme beim Stillen hast, kannst Du Dich natürlich an Deine Hebamme oder auch an die La Leche-Liga wenden. Hier bekommst Du Antworten zu all Deinen Fragen und kannst auch eine Stillberatung anfragen. Die Beraterinnen von der La Leche Liga arbeiten ehrenamtlich, sind selbst Mütter und haben alle gestillt. Deshalb können sie sich besonders gut in die Sorgen anderer Mütter einfühlen. So wirst Du informiert, bestärkt und ermutigt. Zusätzlich bekommst Du nützliche Tipps aus der Praxis! Das beste: die Beratungen finden per E-Mail statt und sind für Dich komplett kostenlos! Natürlich freut sich die La Leche Liga über Spenden!
  • Falls Du stillst, solltest Du darauf achten, Deinem Baby leicht Zugang zur Quelle zu ermöglichen, ohne zu viel zu zeigen, vor allem in der Öffentlichkeit. Dafür gibt es spezielle Still-BHs und Shirts.
  • Vermeide künstliche Aufsätze! Du als Mutter bist, was Dein Baby braucht!
  • Wir empfehlen Dir ein Stillkissen zu benutzen. Dein Baby liegt so gemütlich und Du kannst Deine Arme und Schultern entlasten beim Stillen.
  • Auch ein kleiner Hocker oder Fußbänkchen hilft, eine bequeme Position beim Stillen einzunehmen.
  • Wenn Du möchtest, kannst Du später auch Milch abpumpen und einfrieren. Manche haben daraus eine Geschäftsidee gemacht und verkaufen diese Milch weiter. à Davon ist abzuraten, weil nicht sichergestellt ist, dass diese Milch frei von Krankheitserregern ist. Es gibt in einigen Krankenhäusern Milchbanken, die gespendete Milch von Müttern aufbewahren, die dort stationär entbunden haben, um diese an Frühchen zu verabreichen.
  • Möchtest Du oder eine andere Person abgepumpte Milch füttern, eignen sich am besten kleine, flexible Becherchen oder Sauger, die dem natürlichen Saugverhalten am ähnlichsten sind (z.B. Natural Wave von Lansinoh).
  • Als Still-Mama kann es erforderlich sein, manche Lebensmittel wie zu viel frischgepressten Orangensaft zu meiden. Dadurch kann der Po bei Deinem Baby wund werden. Welche Lebensmittel das in welchen Mengen sind, musst du durch Weglassen ausprobieren – wo das eine Baby sofort wund wird, bleibt bei einem anderen alles gesund.
  • Höre unbedingt bei der Ernährung auch auf Deinen Bauch. Was macht Sinn? Natürlich auch bei Dir. Iss als Mutter wonach Dir ist, auch wenn das möglicherweise öfter mal Süßigkeiten sind. Verzicht ist in dieser Zeit aus unserer Sicht der falsche Weg! Ideal ist so viel Abwechselung und so wenig Ungesundes wie möglich.
  • Deine Hebamme wird das Gewicht deines Kindes bei jedem Besuch kontrollieren. Solltest Du zwischendurch selbst wiegen wollen, empfehlen wir Dir eine normale Digitalwaage -eine spezielle Babywaage ist nicht notwendig- und dann zwei Wiegevorgänge: einmal mit und dann ohne Baby. Ziehe vom großen Wert den kleinen ab und schon hast Du ohne Zusatzkosten das Gewicht von Deinem Baby. Auf das letzte Gramm kommt es hier nicht an, die Tendenz reicht schon aus.
  • Vitamin D3 kannst Du Dir auch als Tropfen verschreiben lassen, so hast Du es wesentlich leichter als immer die Tablette in Wasser aufzulösen und mit einem Löffel zu verabreichen.

Pflege und Pflegeprodukte

  • Die Nabelpflege zeigt Dir Deine Hebamme oder Du bekommst sie bereits im Krankenhaus gezeigt.
  • Früher galt ganz strikt, dass vor dem ersten Bad der Nabelschnurrest abgefallen sein muss. Das ist ca. 8 bis 14 Tage nach der Geburt. Inzwischen wird das nicht mehr so streng gesehen und dein Baby darf auch vorher gebadet werden. Wichtig ist dann, dass der Nabelgrund nach dem Baden immer wieder sehr sorgfältig trockengetupft wird. Am besten ist Deine Hebamme dabei und am einfachsten nimmst Du als Wanne einen Wäschekorb, natürlich einen ohne Löcher. Eine spezielle Babybadewanne kannst Du Dir sparen. Die Raumtemperatur sollte über 22 Grad Celsius liegen und das Wasser sollte 37 Grad warm sein und natürlich ohne Zusätze. Wasser reicht völlig aus, da das Waschen noch eine untergeordnete Rollte spielt. Wenn Du doch einen Bade-Zusatz verwenden möchtest, sei achtsam mit Öl, denn dies macht das Wasser flutschig und erschwert es Dir Dein Baby festzuhalten.
  • Bei Windeln gibt es ja die verschiedensten Möglichkeiten mit all ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen. Wichtig ist dabei nur zu sagen, dass an den Po von Deinem Baby auch möglichst viel Luft kommen sollte. Je trockener dieser Bereich ist, umso besser!
  • Falls du Wegwerfwindeln verwendest und die Windel am Rücken deines Kindes öfter auslaufen sollte, empfehlen wir Windeln mit Bündchen am Rücken – die babylove-Windeln von dm.
  • Wer Wert auf umweltschonende Produkte legt, der greift bei Einwegwindeln zu Babydream von Rossmann, babylove nature Öko-Windeln von dm oder Extra weiche Windeln von Hipp, die alle drei mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ ausgezeichnet wurden.
  • Zum Po säubern haben wir zu Hause einen feuchten Waschlappen oder etwas Öl und ein Wattepad genommen und danach den Windelbereich gut getrocknet. Beachte dabei: Baby-Öl ist nicht gleich Baby-Öl. Die Flasche von manchem Baby-Öl z.B. hat einen Sicherheitsverschluss – warum wohl? Bei rein natürlichen Inhaltsstoffen wäre das nicht nötig.
  • Für unterwegs gibt es jetzt statt Feuchttüchern endlich von einigen Herstellern auch Tücher, die fast nur aus Wasser bestehen. Absolut empfehlenswert und für uns die perfekte Alternative für die klassischen Feuchttücher, die voller Chemie sind. Warum hat das so lange gedauert, bis es die endlich gab?
  • Nutze als Wundschutzcreme die Calendula Babycreme von Weleda. Vorbeugend gegen wunden Po kannst du diese großzügig im Windelbereich auftragen. Tipp: Mache die Creme auf deinen Mittel- oder Ringfinger statt auf den Zeigefinger. Falls du spontan nach etwas greifen musst, sind Daumen und Zeigefinger einsatzbereit und die zweite Hand ist auf dem Wickeltisch weiterhin am Kind.
  • Sollte der Po doch einmal wund sein, helfen ganz viel Luft und Heilwolle (nur bei wunden, nicht bei offenen Stellen) oder eine zinkhaltige Creme.
  • Im Winter bei Minusgraden solltest Du das Gesicht deines Babys mit einer „Wind und Wetter Creme“ eincremen, achte darauf, dass die Creme wasserfrei ist. Wir empfehlen hier wieder Calendula von Weleda. Beachte: Die Creme abends wieder abzuwaschen, damit die Haut atmen kann.
  • Falls es im Bäuchlein drückt, kannst du den Bauch deines Babys im Uhrzeigersinn mit Baby-Massageöl (Mandelöl, Vier-Winde-Öl, Bäuchleinöl (hilft auch bei Blähungen)) massieren.
  • Auch erwärmte Kirschkern- oder Traubenkernkissen sind nützlich. Achte bitte hier darauf, dass diese nur warm sind. Sonst kannst Du Dein Kind leicht verbrühen.
  • Dann gibt es noch Nasensauger, die kannst Du gerne im Laden lassen. Für ganz kleine Babys sind diese viel zu groß.
  • Sollte sich die Haut am Kopf oder Körper pellen kannst Du diese mit Kokosnussöl, Mandelöl oder Sonnenblumenöl einreiben. Das hilft! Beachte, dass spezielle Baby-Öle stärker auf Schadstoffe geprüft werden als Speiseöle. Olivenöl trocknet die Haut eher aus und sollte besser nicht zur Babypflege verwendet werden. Bei Nuss-Allergikern sollte auf Mandelöl zu Hautpflege verzichtet werden.
  • Auch Kopfgneis (oft auch als Milchschorf bezeichnet, die beiden unterscheiden sich jedoch wesentlich) ist ungefährlich und verschwindet irgendwann von selbst.
  • Die Nägel Deines Babys solltest Du erst nach vier bis sechs Wochen schneiden. Vorher helfen Oberteile, die etwas zu lange Ärmel oder Vario-Ärmel zum Umklappen haben. So verhinderst Du, dass Dein Baby sich selbst verletzt.
  • Kleide Dein Baby vorzugsweise in Wickelbodys, dann hast Du es beim Anziehen viel leichter.
    Manche Kleidungsstücke sehen sehr süß und prima aus und Du magst sie wirklich. Und zwar genauso lange, bis Du sie wieder ausziehen musst. Am Anfang kannst Du Dir hier viel Stress ersparen, der später sowieso noch oft genug vorkommen wird.
  • Zusammenfassend können wir sagen, dass Muttermilch aus unserer Sicht die beste Form der Ernährung ist und bei der Pflege soviel Natürlichkeit wie möglich sein sollte.

Am Ende hörst Du noch den Spruch der Woche von unserer kleinen Ida: „Alles Neue macht der Mai!„.

Du hast noch mehr Tipps? Poste gerne bei Instagram unter pfiffkus_podcast. Dort kannst Du gerne Deine Tipps und Tricks unter den Beitrag zu Folge 8 posten.

In Folge 9 geht es dann um das Thema „Schlaf“! Abonnieren lohnt sich also!

PS: Das Bild zeigt eine Flasche (ein Malwunsch unserer Ida).

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