Folge 9: Schlaf Deines Babys

Das Beste kommt zum Schluss. Deshalb geht es in der vorletzten Folge um das bewegende, spannende und manchmal nervenaufreibende Thema Schlaf Deines Babys.

  • Neugeborene schlafen oder besser verschlafen den Großteil des Tages. 16 bis 17 Stunden schläft Dein Baby pro 24 Stunden. Die meisten Babys werden ca. alle ein bis vier Stunden wach und möchten dann gefüttert und auch gewickelt werden. Tag und Nacht sind Deinem Baby dabei völlig schnuppe. Eine anspruchsvolle und sehr fordernde Zeit für Papa und Mama! Dazu kommt: der Schlafrhythmus Deines Babys ist am Anfang vollkommen unregelmäßig und unplanbar. Falls Du als Mama stillst, ist es für Dich noch einmal fordernder und gleichzeitig auch leichter. Du hast alles was Du zum Füttern brauchst bei Dir und kannst mit Deinem Baby im Bett liegen bleiben. Für ein Fläschchen musst Du erst aufstehen und es zubereiten.
  • Wichtig ist für Dich beim Stillen wach zu bleiben. So ist die Sicherheit für Dein Baby gewährleistet und Du kannst ausschließen, dass Du die Luftzufuhr aus Versehen abschneidest.
  • Unsere Empfehlung und unser wichtigster Tipp für die ersten Wochen: schlafe immer dann, wenn Dein Baby auch schläft! Das hört sich recht logisch an und wird doch oft anders gemacht. Nutze die Zeit zum Schlummern, die Dir Dein schlafendes Baby schenkt!
  • Es gibt einen Lichtblick: Nach sechs bis acht Wochen verschiebt sich der Schwerpunkt der Schlafenszeit auf die Nacht. Es kann sogar sein, dass Dein Baby ab sechs Wochen auch durchschläft oder nur einmal aufwacht. Das ist dann wirklich ein großes Privileg und ein wunderbares Geschenk. Unser Tipp: Das solltest Du am besten für Dich behalten. Andere Eltern reagieren auf solche positiven Berichte manchmal etwas sehr aufgeregt oder erblassen mit offenem Mund vor Neid. Gut nachvollziehbar, wenn diese seit Tagen oder gar Wochen unter starkem Schlafmangel leiden.
  • In der Zeit zwischen 17 und 19 Uhr kann es häufiger vorkommen, dass Dein Baby etwas mehr schreit und unruhiger ist. Aus unserer Sicht kommt das daher, dass Dein Baby die vielfältigen Eindrücke vom Tag verarbeitet und einfach müde ist. Für Dein Baby sind alle Geräusche, Gerüche und alle Umstände ganz neu. So gibt es immer viel zu verarbeiten!
  • Das ist dann oft genau die Zeit, in der Papa von der Arbeit kommt und der wundert sich dann, wie viel das Baby schreit. Von wegen, das Baby war den ganzen Tag ganz lieb und nur jetzt geht es etwas lauter zu.
  • Sollte Dein Baby auch tagsüber und nachts wirklich viel schreien wird das für Dich sehr belastend sein. Frage andere Eltern, um einen Eindruck zu bekommen, ob es bei Dir mehr als bei anderen ist. Falls ja, kannst Du Hilfe bei einer Schreiambulanz finden. Die gibt es in jeder größeren Stadt und die Krankenkasse zahlt diese Beratung. Hole Dir lieber früher Hilfe als später! Das ist ein Zeichen der Stärke und Du kannst dabei nur gewinnen.
  • Es gibt auch spezielle Schlafberater. Die kommen zu Dir und schauen vor Ort, was gut läuft und was verbessert werden kann. Zahlen darfst Du diese meist selbst. Wir hatten einmal eine Schlafberaterin. Auch wenn wir uns vorher schon ausführlich im Internet und bei der Hebamme informiert hatten, haben wir hier noch einiges gelernt, das geholfen hat. Starte auch möglichst frühzeitig mit Ritualen fürs Zubettgehen, um der Macht der Gewohnheit vorzubeugen.
  • Es kann auch sein, dass zum Beispiel durch die Geburt im Körper Deines Babys Blockaden aufgetreten sind, die permanent Schmerzen bei Deinem Baby auslösen. So hast Du dann ein Schreibaby nur aus dem Grund, dass es Dir mitteilen möchte, dass Du ihm helfen sollst. Statt dem Besuch beim Kinderarzt empfehlen wir den Besuch bei einem Experten. Wir waren bei einem solchen Experten, da Ida später beim Krabbeln an einer Hand immer eine Faust machte und die andere Hand geöffnet ließ. Ein paar Griffe und schon war das Problem gelöst. Im Wartezimmer waren Eltern mit Kindern, die mehrere hundert Kilometer gefahren waren und signifikantere Themen bei ihren Babys zu behandeln hatten. Es scheint also auch bei anderen zu funktionieren.
  • So oder so: such Dir Hilfe bei der Schreiambulanz, frage Freunde und Bekannte nach guten Adressen oder geh zu einem spezialisierten Osteopathen.
  • Möglicherweise kennst du die Situation: Dein Baby ist auf Deinem Arm oder vielleicht beim Stillen eingeschlafen. Nun möchtest Du es ablegen und genau dabei oder eine Minute danach wird es wieder wach. Du versuchst beim nächsten Mal, es genau in der Position hinzulegen, in der es eingeschlafen ist – trotzdem wacht es auf. Dann versuchst Du, es zuerst mit den Füßen, dann langsam über den Po bis zum Kopf hinzulegen und nimmst ganz vorsichtig deinen Arm unter seinem Kopf weg – trotzdem wacht es auf.
  • Meine ganz persönliche Theorie dazu ist inzwischen: wenn es sofort wieder wach wird, hat es ein Problem und das ist unabhängig von der veränderten Umgebung, die für das Baby Gefahr bedeutet. Unser zweites Kind Jonathan ist in den ersten Wochen oft beim Stillen eingeschlafen. Ich habe ihn dann abgelegt und manchmal war er sofort wieder wach und hat manchmal auch dabei geweint. Dann habe ich ihn wieder auf den Arm genommen und weiter gestillt, vielleicht war es noch nicht genug und er hat noch etwas Hunger. Eingeschlafen, abgelegt, wach!
  • Ich glaube er wurde wach, weil noch Luft im Bauch war. Beim Ablegen hat sich seine Position geändert und sein Bauch hat ihn gedrückt. Wenn ich dann versucht habe, dass er ein Bäuerchen macht – was hin und wieder auch einige Zeit auf sich warten ließ – war es gut und ich konnte ihn nach dem nächsten Einschlafen einfach so ablegen. Wenn er schläft, dann schläft er! Also, wenn vorher die Luft raus ist.
  • Manchmal musste auch noch ein zweites oder drittes Bäuerchen raus, wenn wir direkt nach dem Stillen schon eines hatte und er trotzdem nicht geschlafen hat.
  • Beim Ablegen und wenn das Kind größer ist beim „Aus-dem-Zimmer-schleichen-wenn-es-eingeschlafen-ist“ passiert es auch häufig, dass Eltern zu früh das Zimmer verlassen wollen. Sie meinen, das Kind wäre schon tief und fest eingeschlafen, möchten sich raus schleichen und zack! ist es wieder wach. Also lieber ein wenig abwarten!
  • Unsere Ida sagte als sie älter war dann oft „Mama / Papa wo gehst du hin?“ Wenn ich antwortete „Ich habe mich nur anders hingesetzt“ war es für sie gut und ich wartete erneut bis sie eingeschlafen war. Diesmal bis zum richtigen Zeitpunkt! Dein Baby oder Kind wird vor dem Einschlafen zunächst unregelmäßig und laut atmen, dann regelmäßig und laut und schließlich regelmäßig und leise. Wenn es wirklich einschläft kommt ein tiefer Atemzug ähnlich wie ein Seufzer und danach kannst du das Zimmer verlassen oder Dein Kind ablegen. Dann schläft es und wird weiterschlafen, auch wenn Du schon aus dem Zimmer gegangen bist. Es kann einige Zeit dauern, bis dieser Seufzer kommt. Bei Ida waren es bis zu 20 Minuten nachdem ich dachte, sie sei schon eingeschlafen.
  • Probiere es aus! Hilf Deinem Baby die Luft aus dem Bauch zu lassen und warte lange genug bevor du es ablegst. Berichte uns gerne von Deinen Erfahrungen.
  • Familie, Freunde und Bekannte haben auch immer ganz wunderbare Tipps parat. Naja, geht so. Es gibt auch eine ganze Reihe an Ratgebern zum Thema Schlaf. Jedes Kind kann schlafen ist so einer. Hier wird allen Ernstes empfohlen das Baby einfach schreien zu lassen und wegzugehen. Bei dem Buch gibt es bei Amazon auch Rezensionen von Menschen, denen so eine Behandlung als Baby passiert ist inkl. der Folgen. Klar, das ist der einfachere Weg. Aus unserer Sicht jedoch der denkbar schlechteste. Höre in Dich rein, vertraue Deinem Bauchgefühl und versuche alle Themen abzustellen, die dafür verantwortlich sein können, wenn Dein Baby schlecht schläft.
  • Je besser Dein Schlaf, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass der Baby Blues, also die Wochenbett-Depression ausbleibt. Der Baby Blues wird durch Schlafmangel begünstigt.
  • Je entspannter Du bist, was das Thema Schlaf angeht, umso besser. Was Du deshalb auch versuchen kannst, ist es gedanklich die Ursache zu setzen mit der Intention, dass Dein Baby um 19 Uhr einige Stunden am Stück schläft. Denke daran und sei überzeugt, dass es auch funktioniert! Wenn Du nun daran glaubst, dann steuerst Du Dein Unterbewusstsein in diese Richtung. Stelle Dir Dein Gefühl der Freude vor, wenn es wirklich so kommt. Dann lass los und bleibe ganz entspannt. Das überträgt sich auf Dein Baby. Sei dankbar und freue Dich, wenn es dann auch funktioniert und die gewünschte Wirkung eintritt. Festige Deinen Erfolg und bleibe dran – auch bei evtl. Rückschlägen.
  • Dein Baby sollte neben der Mama schlafen, und zwar bis es ein Jahr alt ist. Idealerweise hast Du dafür ein Beistellbett. Vom gleichen Bett wie die Eltern raten wir ab. Es besteht dabei die zwar geringe, jedoch vorhandene Gefahr des Abdrückens der Luftzufuhr im Schlaf.
  • Wenn Du nachts Licht brauchst zum Windeln wechseln, dann solltest Du rotes Licht verwenden, da dies nicht so hell ist und wohl auch dem Licht im Bauch ähnlich ist. So lernt Dein Baby auch den Unterschied zwischen Tag und Nacht besser kennen und gewöhnt sich daran. Tagsüber kannst Du nach dem Füttern oder Wickeln mit Deinem Baby spielen, nachts ist direkt wieder Schlafenszeit.
  • Den plötzlichen Kindstod haben wir in Folge vier kurz angesprochen. Wenn Du die einschlägigen Tipps der Experten zum Thema Baby-Schlaf berücksichtigst, kannst Du das Risiko des plötzlichen Kindstods senken. Diese sind ein rauchfreies Zuhause, Schlafen mit Schlafsack statt Bettdecke, Bettchen ohne Betthimmel, Nestchen, Kissen, Kuscheltiere oder ähnlichem. Dein Kind sollte niemals die ganze Nacht in seinem Kinderwagen schlafen. Stelle sicher, dass die Luftzufuhr immer gewährleistet ist und keine Begrenzung wie der Rand des Kinderwagens dies verhindern. Die Unterlage muss so sein, dass Dein Kind ausreichend Luft bekommt und atmen kann. So sind Kissen als Unterlage zum Beispiel komplett ungeeignet, da Dein Baby hier einsinkt. Dein Baby kann so leicht ersticken. Es bleibt in diesem Alter einfach liegen und ist noch ohne Mittel um diese Gefahr selbst abzuwenden. Hier bist Du gefragt! Sei bitte sensibel und umsichtig.
  • Wenn Dein Baby mal quengelt kannst Du es auch einige Minuten liegen lassen. So lernt es sich auch selbst zu beruhigen. Du weißt am besten ob es Hunger hat, etwas im Bauch drückt oder ob es müde ist. Versuche zu vermeiden, dass Dein Baby nur bei Mama oder Papa auf dem Arm schlafen kann. Das macht es Dir für später leichter!
  • Damit sind wir schon am Ende dieser Folge. Zusammenfassend können wir sagen, dass Schlaf ein sehr wichtiges Thema ist und Du Dir hier bei Problemen so früh wie möglich professionelle Hilfe holen solltest. Ansonsten hörst Du am besten auf Deinen Bauch und Deine Intuition! Und wichtig: Bitte schaffe für Dein Baby eine Umgebung, die einen sicheren Schlaf ermöglicht!

Am Ende hörst Du noch den Spruch der Woche von unserer kleinen Ida: „Nachts sind alle Katzen grau!„.

Du hast noch mehr Tipps? Poste gerne bei Instagram unter pfiffkus_podcast. Dort kannst Du gerne Deine Tipps und Tricks unter den Beitrag zu Folge 9 posten.

In der nächsten und letzten Folge geht es um das Thema „Was uns noch wichtig ist und Staffelfinale“.

PS: Das Bild zeigt den Mond mit Sternen (ein Malwunsch unserer Ida).

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